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9. ESSLINGER FORUM FÜR JUNGE SOLISTEN 2000


9. ESSINGER FORUM FÜR JUNGE SOLISTEN   9. - 19. Nov. 2000

Vom 9. bis 19. November 2000 veranstalten die Stadt Esslingen am Neckar und der Oratorien-Verein Esslingen e.V. zum 9. Mal in historischen Räumen der Stadt das ESSLINGER FORUM FÜR JUNGE SOLISTEN. Hervorragende junge Instrumentalisten und Sänger präsentieren in dieser Woche Musik der verschiedensten Stilrichtungen, Epochen und Besetzungen unter der künstlerischen Gesamtleitung von Jörg Dobmeier.
Im Abschlusskonzert treffen viele der Solisten zur Aufführung des Mozart - Requiem in der Ergänzung von Robert D. Levin zusammen, die erst vor wenigen Jahren uraufgeführt wurde und einen „ganz neuen Mozart" zu Gehör bringt:

Das Programm:

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Donnerstag, 9. November 2000  19 Uhr
Musik in der Kreissparkasse, Kronensaal 
Duo-Abend
DUO AUBADE Maren Hundt (Querflöte), Solveigh Schurr (Harfe)
Werke von Debussy, Bozza, Lauber u.a. 

Eintritt frei

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Samstag, 11. November 2000  19.30 Uhr, Evang. Stadtkirche St. Dionys
Stunde der Kirchenmusik
Ludwig van Beethoven: Messe in C-Dur op.86 
für Soli, Chor und Orchester
Britta Wieland (Sopran), Eva Rohra (Alt),
Julius Pfeifer (Tenor), Torsten Müller (Baß)
Chor und erweitertes Orchester des Oratorien-Vereins Esslingen
Leitung: Jörg Dobmeier

Eintritt frei

 

Britta Wieland

Eva Rohra

Julius Pfeifer

Torsten Müller

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Sonntag, 12. November 2000  11.00 Uhr, Villa Merkel
Bläser-Matinee
EULENSPIEGEL-(Horn)-QUARTETT
Anna Sieler, Max Oberroither, Eduard Oertle, Jürgen Soeffker.

Eintritt DM 15.-

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Montag, 13. November 2000  19.00 Uhr, Fachhochschule für Technik, Aula, Flandernstraße
Kammermusikkonzert
Junge Instrumental-Solisten der Musikschule Esslingen 
Werke „von und um" Joh. Seb. Bach. 

Eintritt frei

Program:
Johann S. Bach
Duett aus der Kantate "Was Gott tut, das ist wohlgetan"
Trio-Sonate G-Dur
Italienisches Konzert 
aus den "Inventionen" 
aus dem "Wohltemperierten Klavier"
Konzert für 2 Violinen d-Moll

G. Ph. Telemann
Konzert für 4 Violinen
Sonate für Flöte u.B.c.

A. Corelli
Trio-Sonate f. 2 Blockflöten u.B.c.

A. Zinowski
Hommage à Bach für Saxophon u. Klavier

( Änderungen vorbehalten )

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Mittwoch, 15. November 2000  20.00 Uhr, Salemer Pfleghof
Lieder-Abend
Britta Wieland (Sopran), Bernhard Gaube (Klavier) Werke von Schumann, Schubert und Richard Strauss 
Eintritt DM 15.-

Britta Wieland

Berhard Gaube

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Freitag, 17. November 2000  20.00 Uhr, Bürgersaal im Alten Rathaus
Klavier-Abend Meryem Akdenizli

Program:
Bach
Präludium u. Fuge G-Dur u. E-Dur 
aus dem "Wohltemperierten Klavier" 
Beethoven
Sonate Nr. 30 E-Dur op. 109
Ravel
aus Gaspard de la Nuit: Ondine Lent
Chopin
Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35
Eintritt DM 15.-


Meryem Akdenizli

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Samstag, 18. November 2000  ab 16 Uhr, Evang. Stadtkirche St. Dionys
Öffentliche Hauptprobe
(für das Abschlusskonzert) Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d - Moll (in der Ergänzung von Robert D. Levin) 

Eintritt frei

Sonntag, 19. November 2000  11.00 Uhr
Alte Aula, Behördenzentrum
Werkeinführung zum Abschlußkonzert
Prof. Dr. Ulrich Prinz (Internationale Bachakademie Stuttgart) 
 

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Sonntag, 19. November 2000  19.00 Uhr, Evang. Stadtkirche St. Dionys 
Abschlusskonzert
Wolfgang Amadeus Mozart:
Requiem d - Moll für Soli, Chor und Orchester
Britta Wieland (Sopran), Eva Rohra (Alt),
Julius Pfeifer (Tenor), Torsten Müller (Baß),
Chor und erweitertes Orchester des Oratorien-Vereins Esslingen
Leitung: Jörg Dobmeier

Eintritt DM 10.- bis DM 30.-


Britta Wieland

Eva Rohra

Julius Pfeifer

Torsten Müller

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Zur Beethoven-Messe:

Fürst Nikolaus 11. von Esterhazy bestellte bei Beethoven eine Messe zur Feier des Namenstags seiner Gattin. Über Haydn war der Fürst auch mit dessen zeitweiligem Schüler Beethoven bekannt geworden. Als nun im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts dessen Name in der Musikwelt immer häufiger genannt wurde, ersuchte Esterhazy ihn um eine Messe. Beethoven befand sich damals in einer besonders schöpferischen Epoche: 1806 komponierte er das vierte Klavierkonzert (in G-Dur), das Violinkonzert, die vierte Sinfonie und drei Streichquartette, 1807 die Coriolan-Ouverture, die fünfte und sechste Sinfonie, die Chorfantasie, Kammermusik.
Beethoven reiste zur Uraufführung seiner Messe nach Eisenstadt. Er selbst berichtete in einem Brief, sie habe dort „starken Beifall" gefunden. Eine bekannt gewordene Anekdote hingegen weiß vom Unmut des Fürsten zu berichten, der nach der Aufführung zum Komponisten gesagt haben soll: „Was haben Sie da wieder gemacht, mein lieber Beethoven?“ Das klingt recht unwahrscheinlich, zumal Esterhazy von vornherein gewusst haben muss, dass Beethovens Werk eben „anders“ klingen würde als eine gleichzeitige von Haydn beigestellte (letzte) Messe; und noch unwahrscheinlicher ist es, dass die „Umstehenden, darunter Hummel, dazu gelacht“ hätten. Johann Nepomuk Hummel (1778-1837) war Haydns Nachfolger in Eisenstadt und ein glänzender Musiker, der den Wert des Werkes erkannt haben müsste.
Eine Quelle berichtet, Beethoven sei aus Eisenstadt „beleidigt abgereist“. Tatsache ist, dass die Absicht bestand, mit ihm hier eine große „Akademie“ zu veranstalten, diese aber nie zustande kam. Eine solche aber fand in Wien am 22. Dezember 1808 statt, und man übertreibt nicht, wenn man sie unter die bedeutendsten Konzerte zählt, von denen die Geschichte berichtet. Auf dem Programm standen, unter Beethovens eigener Leitung, die Uraufführungen der fünften und sechsten Sinfonie. Und, als ob dies noch zu wenig wäre, die Chorfantasie, das vierte Klavierkonzert, eine Konzertarie und einige „Hymnen“. Dahinter verbarg sich die C-Dur-Messe. Ein Dekret jener Zeit verbot die Aufführung kirchlicher Werke im Konzertsaal, eine Maßnahme, die sich unter dem Namen „Hymnen“ umgehen ließ.

Heute gehört die C-Dur-Messe zum Kreis der großen oratorischen Werke, wenngleich sie nicht gerade oft zu hören ist. Melodischer Reichtum und eine überraschungsreiche Harmonik sowie der rasche Wechsel von Solo- und Tutti-Partien kennzeichnen das Werk, das im Agnus Dei ähnlich endet wie es begonnen hat: mit einem musikalischen Rückbezug auf das Kyrie des Anfangsteils eine Parallele zu Bruckners f-Moll-Messe.
 


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Zum Mozart-Requiem:

Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition, sein unvollendetes Requiem, steht bis heute im Ruf eines geheimnisumwitterten Werkes. 
Um die Geschichte des Requiem ranken sich altvertraute Anekdoten, so diejenige des zwar historisch überlieferten „unbekannten Bothen“, der jedoch - romanhaft zur Gestalt des „Grauen Boten“ stilisiert - Mozart mit dem anonymen Kompositionsauftrag einer Seelenmesse das drohende Unheil des eigenen Todes übermittelt haben soll. Merkwürdige Quellen kamen zum Vorschein und tauchten ebenso mysteriös wieder unter, so ein offenbar fingierter, angeblich an Lorenzo da Ponte gerichteter italienischer Brief Mozarts, in dem es heißt, dass er das Bild des unbekannten Mannes, der ihn ständig dränge, nicht loswerde und er nun wisse, dass sein letztes Stündlein geschlagen habe und dass er seinen Trauergesang („il mio canto funebre“), den er nicht unvollendet lassen dürfe, beendigen müsse. 
Und auch den schon früh nachweisbaren Vermutungen über eine Vergiftung Mozarts durch den eifersüchtigen Widersacher Antonio Salieri gesellen sich bis in die jüngste Zeit neue Märchen hinzu. 
Denn anders lassen sich die absurden Spekulationen etwa über eine intime Affäre Constanzes mit Mozarts Adlatus Franz Xaver Süßmayr (welcher der im Juli 1791 geborene Franz Xaver Mozart entsprossen sein soll) oder über die im Zusammenhang mit dem Requiem-Auftrag stehenden finanziellen Machenschaften der Constanze Mozart „als einer mit allen Wassern gewaschenen Geschäftsfrau“ kaum einstufen.
Die Entstehungsgeschichte des Requiems war in ihren wesentlichen äußeren Umrissen bereits um 1800 bekannt und fügt sich seither - unter Einbeziehung der wenigen später bekannt gewordenen Details - zu einem durchweg nüchternen Bericht. 
Franz Graf von Walsegg (1763-1827), wohnhaft auf Schloss Stuppach am Semmering, wollte seiner am 14. Februar 1791 in jugendlichem Alter verstorbenen Frau Anna, geb. von Flammberg (1770-1791), ein angemessenes Denkmal setzen. Der Graf, selbst ein leidenschaftlicher aber dilettantischer Musiker, pflegte sich gern hin und wieder mit fremden Federn zu schmücken, indem er bei privaten Musikaufführungen Kompositionen anderer als die seinigen ausgab. Auch Mozarts Requiem sollte in dieser Weise dargeboten werden. Der darum bewusst diskret und schriftlich erteilte Kompositionsauftrag erreichte Mozart im Sommer 1791, und zwar anonym und offenbar über einen Kanzlisten von Walseggs Wiener Rechtsanwalt Johann Nepomuk Sortschan.
Mozart starb am 5. Dezember 1791, ohne die Kompositionsarbeiten an der aufgetragenen Seelenmesse abgeschlossen zu haben. Um die Bestellung erfüllen und den Rest des angezahlten Honorars - eine für die Witwe Mozart mit ihren beiden unversorgten Kindern durchaus nicht unwesentliche Summe -entgegennehmen zu können, ließ Constanze das weit vorangeschrittene Werk-Fragment durch verschiedene Musiker des engsten Mozart-Kreises ergänzen und übereignete dann die von Mozarts Gehilfen bei den Zauberflöten- und Titus-Arbeiten der letzten Lebensmonate, Franz Xaver Süßmayr, fertiggestellte Partitur dem unbekannten Auftraggeber, dessen Namen sie erst im Jahre 1800 erfuhr.
Der Graf führte das Werk am 14. Dezember 1793 in der Neuklosterkirche zu Wiener-Neustadt auf, gemäß der liturgischen Bestimmung als Seelenmesse für seine verstorbene Frau und nach einer eigens angefertigten Partiturabschrift mit der Autorenangabe „Fr. C. de Wallsegg".
Die Uraufführung des Werkes hatte jedoch schon vorher, am 2. Januar 1793, wahrscheinlich ohne Wissen des Grafen im Jahn-Saal zu Wien stattgefunden, und zwar im Rahmen eines - durch den Baron Gottfried van Swieten veranstalteten - Benefizkonzertes zugunsten von Mozarts Witwe und ihrer beiden Kinder.
Ungewissheit besteht aber seit eh und je in der Beantwortung der Frage nach dem exakten Anteil Mozarts an dem überlieferten musikalischen Text des Requiems.
In letzter Zeit haben sich mehrere Musiker bemüht, die Unzulänglichkeiten Süßmayrs in dem Requiem zu bereinigen. Der Umfang der Bearbeitungen ist sehr verschieden.
In der Fassung von Robert D.Levin, die im Abschlusskonzert des Forums zur Aufführung kommt, wurde in vielen Details versucht, so wenig wie möglich zu retuschieren und so nahe wie es aufgrund der Quellenlage nur möglich war, am „möglichen" Original zu bleiben. Dennoch wird das Mozartsche Requiem ein niemals ganz aufgeklärtes Stück fragmentarischer Musikgeschichte bleiben.
Mit jedem neuen Versuch der ernsthaften Rekonstruktion wird es damit immer ein „lebendiges Geheimnis" sein.
Am Tag der Aufführung, am Sonntag, 19.11. findet um 11 Uhr in der Alten Aula (Behördenzentrum Beblingerstraße) durch Prof. Dr. Ulrich Prinz (Internationale Bachakademie Stuttgart) eine Werkeinführung statt, die die Besonderheiten dieser Fassung und ihre Entstehung darlegt und sprichwörtlich Licht in das „Dunkel" des Requiems bringt.

 

 

 

 

 

 
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