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11. ESSLINGER FORUM FÜR JUNGE SOLISTEN 2004


11. ESSLINGER FORUM FÜR JUNGE SOLISTEN
Samstag 6.
Nov. - Sonntag 14. Nov. 2004

 

Samstag, 6. Nov.  2004, 19.30 Uhr
STUNDE DER KIRCHENMUSIK
Eröffnungskonzert
mit Vokal- und Instrumentalmusik für Orgel, Soli und Chor von Schütz bis Reger
Evang. Stadtkirche St. Dionys, Esslingen
Chor und Solisten des Oratorien-Vereins Esslingen,
Leitung: Jörg Dobmeier

Sonntag, 7. Nov. 2004, 11.00 Uhr
JAZZ-MATINÉE mit Klavier-Duo-Improvisation
Laurens Patzlaff und Michael Spors improvisieren an zwei Klavieren
und spielen eigene Werke
Villa Merkel, Eintritt EUR 10,- / 5,- (ermäßigt)

          
Laurens Patzlaff        und       Michael Spors   

Montag, 8. Nov. 2004, 19 Uhr,
KONZERT JUNGER SOLISTEN der Musikschule Esslingen
in Verbindung mit dem Tonkünstlerverband Baden-Württemberg
Gemeindehaus am Blarerplatz,  Melanchthonsaal, Eintritt frei

 

Dienstag, 9. Nov. 2004, 19.30 Uhr,
KLAVIERABEND mit Roland Krüger
Werke von Beethoven, Gubaidulina, Schumann und Schnittke
Altes Rathaus, Bürgersaal,
Eintritt EUR 10,- / 5,- (ermäßigt)

    
      Roland Krüger

Mittwoch, 10. Nov. 2004, 19.30 Uhr,
DER ANDERE LIEDERABEND „Zum ersten Mal ...“
Sandra Hartmann (Gesang) und Nicolas Schulze (Klavier) präsentieren Schlager
der 20-er und 30-er Jahre, Vertonungen von Brecht, Tucholsky, Dessau, Eisler u.a.
Altes Rathaus, Bürgersaal,
Eintritt EUR 10,- / 5,- (ermäßigt)

         
Sandra Hartmann    und       Nicolas Schulze

Donnerstag, 11. Nov. 2004, 19 Uhr,
KLAVIERTRIO Trio „Kasarel“,
Konzert mit den „Jugend musiziert“ - Preisträgern
Sarah Wieck (Violine), Joel Wieck (Violoncello) und Katharina Schlenker (Klavier)
Kronensaal der Kreissparkasse,
Eintritt frei
 

Katharina Schlenker   Joel und Sarah Wieck

Freitag, 12. Nov. 2004, 19.30 Uhr,
SOLO FÜR ZWEI
Christine Dobmeier (Trompete) und Ulrike Dobmeier (Violine)
spielen Original-Literatur und Duo-Bearbeitungen von der Romantik bis zur Moderne,
am Flügel begleitet Lukas Kuen
Amtsgericht, Kaisersaal,
Eintritt EUR 10,- / 5,- (ermäßigt)

              

Ulrike Dobmeier           Christine Dobmeier                  Lukas Kuen

Sonntag, 14. Nov. 2004, 19.00 Uhr
ABSCHLUSSKONZERT
J. Haydn, Die Schöpfung

Sandra Hartmann (S), Sarah Hudarew (A), Julius Pfeifer (T),
Reinhold Schreyer, Marco Spehar (B),
Chor und Orchester des Oratorien-Vereins
in Zusammenarbeit mit der Jungen Süddeutschen Philharmonie Esslingen
Leitung: Jörg Dobmeier

Evang. Stadtkirche St. Dionys, Esslingen
Eintritt EUR 6,- /10,-/14,-/17,-
(Ermäßigung um EUR 3,- für Schüler und Studenten)

    
Sandra Hartmann              Sarah Hudarew   

         
Julius Pfeifer                   Reinhold Schreyer                  Marco Spehar

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Die Schöpfung

Oratorium Hob. XXI: 2 von Joseph Haydn (1732 - 1809)

Orginaltitel: Die Schöpfung
Orginalsprache: Deutsch
Text: von Gottfried van Swieten (nach einer Dichtung des Engländers Lidley, die ihrerseits auf Miltons "Paradise Lost" beruht) Entstehung: 1796 - 1798 in Wien
Uraufführung
: 29. und 30. April 1798 im Wiener Palais des Fürsten Schwarzenberg unter Haydns Leitung und Salieri am Flügel
Erste öffentliche Aufführung: 19. März 1799 im Burgtheater unter Haydns Leitung
Form
: dreiteilig, mit insgesamt 34 (neuere Zählung 35) Musiknummern
Personen: die Engel Gabriel (Sopran), Uriel (Tenor) und Raphael (Baß), Adam (Bariton) und Eva (Sopran) und ein vierstimmiger Chor
Orchester
: 3 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, Kontrafagott, 2 Hörner und 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, Streicher, Continuo mit Violoncello und Cembalo
Aufführungsdauer
: ca 105 min

Zum Werk:
Von Januar 1794 bis August 1795 war Haydn auf seiner zweiten englischen Reise. In London legte man dem dort mit glänzendem Erfolg tätigen Meister nahe, der englischen Tradition - vor allem dem seit einem halben Jahrhundert toten
Händel - folgend, ein Oratorium zu komponieren. Er hatte seit dem Jugendwerk "Il ritorne di Tobia", das ganz im italienischen Stil gehalten war, sich nicht mehr auf diesem Gebiet versucht. Wahrscheinlich war es der Geiger und Konzertveranstalter Johann Peter Salomon (1745-1816), der ihm den Textentwurf übergab, den ein kaum bekannter Dichter namens Lidley oder Linley, nach John Miltons berühmtem "Paradise Lost" (Das verlorene Paradies) verfaßt hatte. Haydn aber war der englischen Sprache zu wenig mächtig, um ein abendfüllendes Werk in dieser Sprache vertonen zu können. So nahm er das Manuskript
mit nach Wien, wo wahrscheinlich Ende 1795 oder Anfang 1796 sein Freund Gottfried van Swieten (1733-1803) mit der gleichen Anregung an ihn herantrat: ein Oratorium zu schaffen. Van Swieten war eine wichtige Persönlichkeit des Wiener Musiklebens. Er war Direktor der Wiener Hofbibliothek, Sekretär einer adligen Musikgesellschaft, die sich um Oratorien-Aufführungen in den großen Adelspalais bemühte und ein stets freigiebiger Mäzen. Als Haydn sich zur Komposition bereit erklärte - wozu seine Londoner Eindrücke des großartigen Händelkultes zweifellos erheblich beitrugen - und van Swieten den englischen Entwurf ins Deutsche übersetzt und sinnvoll eingerichtet hatte, scheint Haydn mit größeren Vorbereitungen als gewöhnlich ans Werk gegangen zu sein: Es gibt von diesem Werk viel mehr Entwürfe und Skizzen als von seinen anderen Kompositionen. Das Gebiet war offenbar ungewohnt für ihn.

In manchen Biographien liest man, van Swieten, der ein äußerst energischer Mann gewesen sei, habe Haydn zu diesem Werk geradezu "befohlen", wofür es keine Beweise gibt und was sich an der fertigen Partitur absolut nicht ablesen läßt - es gibt
kaum ein ausgeglicheneres, freudigeres Werk aus seiner Feder. Karl Schumann schreibt sehr richtig und schön: " Die optimistische, überkonfessionelle Frömmigkeit ging allenthalben zu Herzen; man konnte gläubiger Christ oder aufgeklärter Rationalist, Jude oder Freimaurer sein, um sich durch diesen Bericht von der Erschaffung der Welt angesprochen und erbaut zu fühlen. So erscheint denn Haydns Oratorium der Weltfrömmigkeit als ein neutraler, jedermann offen stehender Tempel in einer Zeit des Umbruchs, als sich die religiösen Gegensätze milderten, die starre Orthodoxie genau so nachgiebig wurde wie die streitbare Vernunftgläubigkeit, als die Emanzipation der Juden und die Anerkennung der Freimaurer voranschritten, als
die humanitäre Botschaft der Weimarer Klassik vernommen und der Ruf zur Toleranz laut wurde.

Haydns Schöpfung erhob die Welt über die Vorstellung eines erlösungsbedürftigen Jammertales, pries sie als wohlgeordnetes Wunderwerk und zeigte den Schöpfer als "tätigen Werkmann", der das Chaos zu sinnerfüllter Gestalt ordnet. Dieser Grundgedanke hätte zwar deistisch und vernünftlerisch klingen können, doch ihn komponierte ein schaffensfroher, herzenseinfältiger Mann, der als Handwerkersohn mit beiden Beinen auf der Erde stand, keine theologischen Haarspaltereien beabsichtigte und mit der fröhlichen Frömmigkeit und dem Humor des süddeutschen 18. Jahrhunderts zu Werke ging.

Gerade dieser österreichisch-konziliante Tonfall in Haydns Oratorium ist von Anfang an verstanden worden; die eifrigsten Verfechter der Partitur, die Erhabenes und Idyllisches gleichermaßen in die einfachste und musikalische Gestalt faßt, fanden sich im protestantischen Norden, wo man Haydns freudige und tätige Religiosität aufamtmend als Gegensatz zu dem
allmählich trübselig gewordenen, angestammten Pietismus empfand."

Haydn hat selbst aus der Epoche, in der er an diesem riesigen Werk arbeitete, erzählt: "Nie war ich so fromm als bei der Komposition der Schöpfung. Täglich fiel ich auf die Knie und bat Gott, daß er mich stärke für mein Werk."

Am 6. April 1798 erhielt der Fürst Schwarzenberg, in dessen Palais die Uraufführung vorgesehen war, die Nachricht, Haydn habe die Komposition vollendet. Daß er an ihr arbeitet, war längst bekannt geworden.

Schon am 15. Dezember 1796 hatte der Kapellmeister am Wiener Stephansdom, Johann Georg Albrechtsberger (1736 -
1809), an Beethoven geschrieben: "Gestern war Haydn bei mir, er trägt sich mit der Idee eines großen Oratoriums, das er
"Die Schöpfung" benennen will und hofft bald fertig zu seyn. Er improvisierte mir einiges davon und ich glaube, daß es
sehr gut wird..."

Inzwischen brachte van Swieten zwölf Personen des höchsten Adels zusammen, die für ein Komponistenhonorar von 500 Dukaten sorgten und unter deren Patronat die Uraufführung am 29. April 1798 stattfand. Es waren die Fürsten N. Esterházy, Trauttmannsorf, Lobkowitz, Schwarzenberg, Kinsky, Auerspserg, L.Lichtenstein, Lichnowsky, die Grafen Marschall, Harrach, Fries, der Freiherr von Spielmann und van Swieten selbst. Mancher dieser Namen wird sich einige Jahre später auch in Beethovens Biographie an wichtiger Stelle finden. Die Stimmung jener ersten Aufführung wird in allen Quellen als von tiefster Ergriffenheit erfüllt geschildert. Die geladenen Gäste fühlten, daß sie etwas völlig Neuem gegenüberstanden, einer Kunst, die das gänzlich anders geartete Barock-Oratorium der Zeit Bachs und Händels in den Geist der neuen Epoche hinüberzuführen berufen war. Die Ausbreitung der Schöpfung über zahllose Städte in vielen Ländern - nicht nur Europas, sondern auch Nordamerikas - erfolgte mit überraschender Geschwindigkeit. Im 19. Jahrhundert gab es kaum eine namhafte Chorvereinigung Europas, die Haydns Oratorium nicht im ständigen Repertoire gehabt hätte. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Nach: Kurt Pahlen "Oratorien der Welt"   

Aufführungen der Schöpfung durch den Oratorien-Verein Esslingen:

Im 19. Jahrhundert wurden Teile oder einzelne Arien und Chöre des Haydn'schen Oratoriums gerne aufgeführt. Der älteste Hinweis stammt vom 27.5.1848. Bis zum 13.1.1899 findet sich die Schöpfung insgesamt 16 mal im Programmverzeichnis. Anstelle des Orchesters wurde die Begleitung entweder vom Klavier oder der Orgel übernommen. Erst im 20. Jahrhundert
wird das ganze Oratorium mit Orchesterbegleitung unter der Leitung von Wilhelm Nagel insgesamt fünf mal musiziert – 1905, 1912, 1923, 1927 und am 30.4.1932 zum 200. Geburtstag von Josef Haydn. Nach dem zweiten Weltkrieg wird das Oratorium nur am 16.5.1982 unter der Leitung von Markus Müller-Häuser in Esslingen zu Gehör gebracht.

 

 
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