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Rückblick 2010

Hier finden Sie Informationen und Beschreibungen zu den Konzerten im Jahre 2010
 

Konzerte 2010

„Eine beeindruckende Aufführung gab es am [Palm-]Sonntagabend in der Esslinger Stadtkirche St. Dionys zu erleben. Der Oratorien-Verein musizierte unter der Leitung von Jörg Dobmeier Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion. …Jörg Dobmeier hat sich … für eine gemischte Lesart entschieden… In den Evangelisten-Rezitativen lässt Dobmeier dem klar artikulierenden Tenor Joan Cabero und dem sonor tönenden Bariton Christoph Sökler (Jesus-Worte) viel Freiraum, um den biblischen Bericht zu gestalten. Der groß besetzte Chor des Oratorien-Vereins darf in den vielen Turba-Chören dagegen die Dramatik und emotionale Vielfalt des Geschehens auskosten. Mit sehr direktem und homogenem Klang gestalten die Esslinger Sänger souverän die rhythmisch vertrackten, in ihrer kontrapunktischen Gestalt heiklen Chorsätze.
Die bilden einen stimmigen Kontrast zu den schlichten Chorälen, die Dobmeier mit fließenden Tempi und Klarheit musiziert, ohne allzu sehr ins Pathos abzugleiten. Gerade in diesen Sätzen zeigt sich auch die differenzierte Ausdrucksfähigkeit der beiden Laienensembles: Chor und Orchester des Oratorien-Vereins musizieren ebenso souverän wie vielschichtig, vor allem in der Dynamik.“

Soweit vorerst die Meinung des Kritikers in der Eßlinger Zeitung vom 30. März 2010. Dass die Aufführung dem Bachschen Konzept entsprechend konsequent mehrchörig angelegt war, war ihm keine Erwähnung wert. Oder hat er dies als nicht (mehr) bemerkenswerten Standard empfunden?

Von den vier anderen Solisten gefiel ihm Anja Petersen-Metzger am besten: „Sie begeisterte das Publikum mit heller Färbung und klar fokussierte Stimme.“ Keine Erwähnung fand die – nicht selbstverständliche – Tatsache, dass die Soliloquenten aus dem Chor kamen: Adelheid Oberacker und Julia Mosch (Mägde), Katharina Noh (Pilati Weib), Dag Metzger (Judas), Hans Ulrich Wirth (Pontifex) und Peter Blank (Pilatus). Platzmangel in der Zeitung? Auch Solovioline (Ulrike Dobmeier), Viola da gamba (Heike Maria Hümmer) und der zwischen Cembalo und Orgel hin und her wechselnde Jeremy Joseph fielen zwischen die Zeilen.
Groß abgebildet war Anja Petersen-Metzger mit dem Chor im Hintergrund. Leider stand in der Legende darunter, dass es sich um die Mezzosopranistin Anna Haase handele. Diesen Irrtum korrigierte die Eßlinger Zeitung am darauf folgenden Tag in einer eigenen Notiz.

Eigentlich ging das 14. Esslinger Forum für junge Solisten schon vor dem angesetzten Termin los, nämlich am 30. Oktober mit einer Voraufführung von Palestrinas Missa brevis in einer Abend-Musik der Evangelischen Nikolauskirche in Beuren. Als einen „rundum gelungenen Auftakt“ bezeichnete der Kritiker dann die Stunde der Kirchenmusik in der Esslinger Stadtkirche, mit der der Oratorien-Verein am 6. November das Forum eröffnete. Für den Palestrina habe Jörg Dobmeier den Chor „hörbar auf schlanke Stimmgebung und klangliche Homogenität eingestellt, die für diese Chorsätze undabdingbare Voraussetzung sind.“ Umrahmt und unterbrochen wurden die einzelnen Teile der Messe von Kompositionen von Gabrieli, Albinoni, Vivaldi und Monteverdi, bei denen das „technisch vorzügliche, klanglich sehr flexible“ Blechbläserensemble PentaLips Gelegenheit hatte, „seine vielseitige Musikalität … unter Beweis zu stellen“. Bei Guiseppe Verdis Padre nostro schließlich konnte „Jörg Dobmeier die klangliche Größe seines Chores voll ausspielen“.

Erstmals in der Geschichte des Forums fand die Einführung in die Forumswoche in der Stadtkirche statt, mit einem anschließenden kleinen Empfang im hinteren Kirchenbereich.

Am Montag gab es ein Gesprächskonzert mit jungen Solisten der Städtischen Musikschule, die exzellente Leistungen über 300 Jahre italienischer Musik boten – leider fand die Lokalpresse es nicht der Mühe wert, darüber zu berichten. Immerhin hatte sie eine Ankündigung dafür veröffentlicht.

„Überschäumende Feierlaune“ überschrieb der Kritiker seinen Bericht über die „Highlights der italienischen Oper“ im NeckarForum. Den drei Gesangssolisten – Michelle Silvestrini, Sarah Hudarew und Jan Heinrich Kuschel –, begleitet von Maria Gerter, gelang es, in dem für Singstimmen nicht gerade optimalen Saal „den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen“.
„Makellose Klangbalance und kammermusikalische Feinabstimmung“, „virtuoser Elan, selbstvergessene Ruhe, Kompaktheit des Klanges, Übereinstimmung in allen Fragen der musikalischen Aussage“ – all das vereinigte sich mit Trios von Boccherini, Schumann und Beethoven im Konzert des Trios Toninton in der Reihe Junge Interpreten innerhalb des Esslinger Forums, sodass daraus „eine Sternstunde der Kammermusik“ wurde.

Vier Musiker, die auf acht Instrumenten musizierten, waren am Freitag im Studiokonzert des Ensembles Amarilli zu hören, mit intimem Klang und differenzierter Interpretation italienischer Musik vor allem der Barockzeit. Allerdings trug der Kaisersaal des Amtsgerichts mit seiner nach der Renovierung eher nüchternen Atmosphäre nicht gerade zur Intimität der Musik bei – trotz seiner Barockdecke. Und leider fehlte wieder der Kritiker.

Vorbereitet durch Ulrich Prinz’ Einführung in das Werk am Sonntagmorgen, beschloss die Aufführung von Verdis Messa da Requiem am Abend die Forumswoche. „Besonnen und zielbewusst steuerte Jörg Dobmeier die gestalterischen Kräfte klug dosiert auf das Ganze hin. Da störte nichts Schwerfälliges – vielmehr erlebte man eine vielschichtige Totenmesse, die ein großes Ausdrucksspektrum abdeckte, vom glasklaren Pianissimo über das intensive Gebet bis hin zu überwältigenden Attacken, die den Tag des Jüngsten Gerichts ankündigen. …
Mit großem Engagement brachte sich der Chor des Oratorien-Vereins in die Aufführung ein. Ruhig, fast geflüstert, beeindruckte die Eröffnung, „Requiem aeternam“, das ungestüme Feuer des, „Dies irae“ wuchs zum Flammenmeer. Zwischen diesen beiden extremen Polen hörte man viele dynamisch und klangfarblich gut ausgearbeitete Partien – Zeugnisse der guten Chorschulung Dobmeiers. Das Orchester setzte immer dann Zeichen, wenn die Stimmung in Düsterkeit, Angst und Schrecken umschlug. … Nur selten gab es Abstimmungsprobleme: Dobmeier steuerte die Klangbalance zwischen Chor, Orchester und Solisten sensibel aus. …
Exquisite solistische Beiträge untermauerten die bestens ausgearbeitete Interpretation. Der Bassist Lukas Schmid … überzeugte … mit seiner geschmeidig geführten Stimme, Mark Adler brachte opernhafte tenorale Strahlkraft und eine enorme dynamische Spannbreite ein. Die Mezzosopranistin Sarah Hudarew gestaltete ihren Part differenziert und ließ es weder … an Volumen noch … an Eindringlichkeit fehlen. Das Ganze überstrahlte jedoch der herrliche Gesang von Daniela Koehler. Mit dem metallischen Strahlglanz ihrer in allen Lagen hervorragend geführten Stimme fächerte sie reiche Sopranfarben auf und bot eine himmlische Vision vom Leben nach dem Tod.“

(Die Zitate sind Ausgaben der Eßlinger Zeitung zwischen dem 8. und dem 17. November 2010 entnommen.)
Dr. E. Görg

Die Programme des 14. FORUMS FÜR JUNGE SOLISTEN entnehmen Sie bitte dem folgenden Link:
  • Esslinger Forum 2010
  •  
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